Historisches

 

Historie bis 1945

 

Die Briefhülle in ihrer jetzigen Gestalt wurde von dem englischen Papierhändler Brewer in Brighton im Jahre 1820 erfunden, aber zu Anfang nur in Handarbeit hergestellt. Mit Hilfe von Blechschablonen falzte man einen Umschlag, d.h. ein Kuvert, um das zeitraubende Falten des beschriebenen Bogens und den Verschluss mit einer Oblate zu sparen.
So gewann man auch an Schreibfläche, da der Bogen ja nunmehr von beiden Seiten beschrieben werden konnte.

 

Die Entwicklung des Briefverkehrs nahm rasant zu und bot damit auch Entwicklungs-Potenzial für die Briefhüllen-Produktion. Schon im Jahre 1840 baute der Engländer Edwin Warren Hill die erste Briefumschlag-Maschine.

 

Die erste deutsche Briefumschlag-Fabrik wurde am 27.12.1849 von dem Kaufmann ROMMELER in Jülich gegründet. Auch dies war ein reiner Handarbeits-Betrieb.

 

Die erste patentierte Maschine zur Herstellung von Briefumschlägen wurde 1851 auf der Weltausstellung in London gezeigt.

 

Im Jahr 1855 wurde die maschinelle Fabrikation von Briefumschlägen in Deutschland in Wuppertal begonnen.

Die erste deutsche Briefumschlagfabrik war die Firma REMKER in Wuppertal-Elberfeld, die jedoch bald eingegangen ist. Danach folgten weitere Firmen wie LEMPPENAU, gegründet 1860, BESTEHORN in Aschersleben 1861, MAYER in Koblenz 1862, LEHMANN & HILDEBRAND in Hamburg, REINHART SCHMIDT in Wuppertal, BERGMANN in Berlin und OTTO FICKER in Kirchheim.

 

1867 wurde auf der Weltausstellung in Paris die erste Maschine zur Herstellung von Briefumschlägen in Dampfbetrieb (Leistung damals in 8 Stunden 20.000 - 25.000 Stück) vorgestellt. Zu dieser Zeit gab es nur Hand-Tretmaschinen, die eine Leistung von 5.000 - 6.000 Stück ermöglichten. 1875 stellte die größte Briefumschlagfabrik, die Firma BOTHENHEIM, bereits wöchentlich 2,25 Mio. Briefhüllen maschinell her und 0,75 Mio. Briefhüllen in Handarbeit.

 

Im Jahr 1910 wurden die ersten Versuche zur Herstellung von Lack- fenstern gemacht. Der Weg zur Herstellung war kompliziert. Lackfenster sollten die zweimalige Anschrift der Briefadresse ersetzen. Der Lack wurde auf der Rückseite der offenen Briefhülle aufgetragen.
Die Firma REINHART SCHMIDT brachte diese Entwicklung dann zur serienreifen Produktion.

 

Es ist interessant zu wissen, dass bereits Anfang 1900 DIN-Maße zum Produzieren der Briefhüllen festgelegt wurden, die aber deutlich von den heutigen DIN-Maßen abweichen.

 

Bis zum Jahr 1910 waren die Geschäfts-Verhältnisse in der Wirtschaft geordnet und ein guter Geschäftsgang zu verzeichnen. Im Jahre 1911 tauchte das erste Mal das Gespenst des Krieges auf. Durch politische Verwicklungen in Marokko entstand ein gefährlicher Konflikt, der das Wirtschaftsleben lähmte, aber nach Verhandlung der Großmächte beigelegt wurde.

 

Die politischen Unruhen führten dazu, dass der Export völlig gelähmt wurde. Wo noch im Jahr 1914 ganze Wagenladungen in Spezialkisten verpackt nach Griechenland, Türkei, Indien, Südamerika exportiert waren, waren diese Länder von einem Tag auf den anderen nicht mehr erreichbar.

 

In den Jahren 1920 bis 1923 ging es mit der damaligen deutschen Währung rasch bergab. Nach dem Dollarkurs wurden es nacheinander Tausender, dann Millionen, dann Milliarden, dann Billionen.
Jeden Nachmittag um 15.00 Uhr kam der neue Dollarkurs im Verhältnis zum Mark-Kurs heraus. So waren z.B. im Jahr 1923 der Wert von 1 Dollar 4,2 Billionen Papier-Mark. Ein ganzer Wochenlohn war damals nur 1 Pfund Schmalz wert. Geordnete Geschäftsführung war damals nicht möglich, da niemand wusste, was am nächsten Tag passierte.

 

Plötzlich, fast über Nacht wurden die unsicheren Geldverhältnisse geändert. Durch die Gründung der Rentenbank am 15.10.1923 und durch die Einführung der Rentenmark Anfang November 1923 wurde ein sicheres Zahlungsmittel geschaffen und die Kredit-verhältnisse sehr beschränkt.

 

Die maschinelle Fertigung von Briefhüllen ging auf der anderen Seite weiter. Damals waren Firmen auf dem Markt wie PALITZSCH in Berlin, die Firma POTT in Wuppertal-Elberfeld und die Firma WINKLER + DÜNNEBIER, welche die erste Rotations-Briefumschlagmaschine überhaupt baute. Ihre erste Maschine wurde 1925 der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Vorteile waren die höhere Geschwindigkeit, sowie die direkte Gummierung der Umschläge, die man bis dahin vorgummieren
musste.

Im Jahr 1930 wurden die ersten Pergamin-Fensterhüllen produziert. Die Herstellung war gegenüber Lackfenstern billiger, sowie die Transparenz wesentlich besser. 1932 bis 1934 entwickelte die Firma WINKLER + DÜNNEBIER dann eine Maschine, um das Pergamin-Fenster einzukleben.

 

Im Jahr 1931 war der Höhepunkt im Wirtschaftsleben erreicht. Die politischen Verhältnisse wurden durch die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus sehr verworren, die Arbeitslosigkeit stieg ständig.

Durch den zweiten Weltkrieg wurde die Briefumschlag-Branche weitgehend in ihrem Fortschritt zurückgeworfen.

Basierend auf den Erfindungen und Erfahrungen der Vorkriegsjahre wurden nach dem Wiederaufbau der Produktionsstätten sowohl die Briefumschläge selbst als auch die Maschinen zur Herstellung weiterentwickelt.

 

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